Die Ökologie des Weines

Die Ökologie des Weines

Ökologie ist die Lehre der Wechselwirkungen der Lebewesen untereinander und mit ihrem Milieu. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und ist eine Zusammensetzung der Wörter "oikos" (Haus, Lebensraum) und "logos" (Wissenschaft, Lehre) und bezeichnet demnach die Wissenschaft des Lebensraums.

Gemäß einer allgemein anerkannten Definition, die insbesondere in der Humanökologie Anwendung findet, ist die Ökologie die trianguläre Beziehung zwischen den Individuen einer Spezies, der organisierten Aktivität dieser Spezies und dem Umfeld, in dem diese Aktivität stattfindet. Die Umwelt ist zugleich das Ergebnis und die Voraussetzung für die Aktivität und somit die Grundlage für das Überleben der Spezies.

Seit 25 Jahren bemühen wir uns auf Château Guiraud darum, Methoden anzuwenden, die zur Schaffung eines ausgewogenen Ökosystems beitragen, in dem die verschiedenen Spezies koexistieren können.

Dieser Standpunkt setzt natürlich voraus, dass der Ertrag nicht im Mittelpunkt unserer Interessen steht, sondern am Rande einer Bestrebung, die sich vor allem auf die Natur richtet. Dies zu akzeptieren fällt vielleicht umso leichter, als dass wir in Sauternes daran gewöhnt sind, jedes Jahr mit einem der ärgsten Feinde der Weinreben zu verkehren, der uns jedoch ein rares und wertvolles Produkt schenkt. Der agronomische Ansatz auf Guiraud ist ganzheitlich und richtet sich auf:
- die genetische Vielfalt unserer Sémillons und Sauvignons (Anwendung der Massenselektion und Studie der Rebstöcke in unserem Gewächshaus)
- die Anpflanzung von Hecken in Abhängigkeit der Tierarten (für die integrierte Bekämpfung)
- die Steuerung der natürlichen Begrünung, der begrünten Alleen, eine späte Bodenbearbeitung in den Weinbergen, das Mähen der Ränder und Alleen nach der Reife der Gräser...