Die Lese

Die Lese

Damit die Lese beginnen kann, müssen die Trauben einen potenziellen Alkoholgehalt von mindestens 20 % erreicht haben. Jeden Tag werden Stichproben in Weinbergen, in denen die Trauben in den verschiedenen Stadien des Edelfäulebefalls gelesen werden, genommen: rosinierte Trauben, halbrosinierte botrytisierte Trauben, botrytisierte volle Trauben und Trauben in der Anfangsphase der Botrytis-Entwicklung. Diese Stichproben ermöglichen es uns, den potenziellen Alkoholgehalt und damit den Reifegrad jeder Parzelle sowie den Gesundheitszustand der Weinberge zu bestimmen.

Der Prozentsatz der vom Botrytis befallenen Trauben steigt im Laufe der Weinlese an. Das Wichtigste ist jedoch, einen potenziellen Alkoholgehalt von mindestens 20% zu erreichen, der das gewünschte Gleichgewicht und unser Terroir am besten zum Ausdruck bringt.

Ein Lesetag beginnt erst, wenn der morgendliche Nebel, der die Weinberge bedeckt, verschwunden ist. Wenn die Trauben trocken sind, wird das gesamte Team (120 Personen) auf dieselbe Parzelle geschickt. Die Lese erfolgt ausschließlich manuell mit mehreren Durchgängen (zwei bis sechs) pro Parzelle. Jede Traube wird genau untersucht, und nur diejenigen, die so vom Botrytis befallen sind, wie es erwünscht ist, werden eingesammelt. Die anderen werden zurückgelassen, damit die Edelfäule sich an ihnen entwickeln kann, und erst bei einem späteren Durchgang gelesen, wenn ihr Reifegrad es erlaubt. In Abhängigkeit der Konzentration ist es jedoch möglich, einen gewissen Prozentsatz "goldfarbener", d.h. reifer und gesunder Trauben zu tolerieren, um den wahrscheinlichen Alkoholgehalt gegebenenfalls zu senken.

Alle "kranken" Früchte werden entfernt, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Es ist in der Tat sehr wichtig, bei der Auslese Strenge walten zu lassen, wenn man einen großen Sauternes-Wein herstellen möchte. Qualität geht über alles. Schlechte Trauben würden den Wein denaturieren und den Jahrgang unweigerlich in Gefahr bringen. Die so gelesenen Trauben werden in kleinen Behältern transportiert und niemals aufeinander gehäuft, um zu vermeiden, dass sie sich gegenseitig zerquetschen und aufplatzen.

Obwohl laut Verordnung 25 hl/ha zugelassen sind, liegt der Durchschnittsertrag auf Guiraud bei 12 hl/ha, was auf unser permanentes Streben nach Qualität zurückzuführen ist.

Die letzten Volumenprozente bis zu den 20 %, die nötig sind, um mit der Lese beginnen zu können, sind am schwierigsten zu erreichen, und diese Konzentration erfordert als Gegenleistung ein bedeutend geringeres Endvolumen.